Greinburg mit Schifffahrtsmuseum
von Susanne Pawlata-Geieregger
Schifffahrtsmuseum Greinburg, so der Titel der Ausfahrt. Am Ende hieß es Führung durch die Greinburg und Schifffahrtsmuseum im Schnelldurchlauf. Die Wettervorhersage stimmt. Es ist für den ganzen Tag strahlender Sonnenschein, allerdings auch Hochnebel in den Niederungen, angesagt. Wir lassen uns überraschen! 10 Motorräder mit 3 Beifahrerinnen starteten zur letzten Ausfahrt in diesem Jahr. Kaffeepause war in der Kalten Kuchl angesagt. Über die Südautobahn bis Wöllersdorf, ging es ins Piestingtal. Unser großartiger Tourenwart, Helmut, plante die Strecke natürlich nicht direkt in die Kalte Kuchl, sondern über mehrere kleinere und größere Umfahrungen nach Gutenstein. Dort wieder eine Abzweigung nach Haselrast auf schmalen Straßen und Bergrücken entlang, durch herrliche Laubwälder, alles sehr kurvig und eng, aber vor allem, kaum befahren. Also Straßen, wie es richtige Motorradfahrer lieben! Bei strahlendem Sonnenschein zeigte sich die herbstliche Landschaft in einer Farbenpracht von grün, gelb, orange, rot, braun und wechselte blitzartig in ein ödes Grau bedingt durch starken Nebel. Aber: In diesen oben beschriebenen Genuss kam nur Paulis Gruppe, denn durch den kurzfristigen Ausfall von Helmuts Navi führte dieser seine Gruppe auf direktem Wege in die Kalte Kuchl. Dort erweiterte sich unsere Gruppe um weitere 2 Motorräder, darunter unser Filmer Reinhold. Nach einer Aufwärmpause mit Kaffee,Tee etc. und riesigen Portionen Topfenstrudel mit Vanillesauce ging es weiter, diesmal nur mehr in einer Gruppe, Richtung Grein. Helmuts Anregung, nicht immer nur auf Parkplätzen und in Gasthäusern zu fotografieren, sondern während der Fahrt zu knipsen und vielleicht auch noch durch den Rückspiegel, sodass darin auch die nachkommenden Fahrer zu sehen sind, nahm ich mit Bauchweh auf. Obwohl Sepp die Geschwindigkeit verringerte, konnte ich kaum die Kamera gerade halten, geschweige denn, schauen, was ich im Display hatte. Wie zu sehen ist, scheiterte dieser Versuch kläglich. Wir fuhren über den Ochssattel, nach St. Ägyd, weiter über Kernhof, Annaberg, Puchenstuben, Reinsberg, Gresten, Randegg, Neuhofen a.d. Ybbs und Amstetten nach Grein. Leider verhinderte dicker Hochnebel den Durchbruch der Sonne in Donaunähe. Im Gasthof zur Traube war unsere Gruppe in Nichtraucher und Raucher geteilt. Die Nichtraucher waren mit dem Essen und Bezahlen bereits fertig als die Raucher erst serviert bekamen. Trotz allem, das Essen war hervorragend und die Portionen so groß wie auch die Teller. Da die Führung in der Greinburg erst für 15.30 Uhr angesetzt war, nützten Sepp und ich die Zeit für eine kleine Rundfahrt durch Grein mit Entenfütterung an der Donau. In der Zwischenzeit hat sich auch der Nebel gelichtet und wir hatten herrlichen Sonnenschein beim Aufgang durch den Park zur Greinburg. Schloss Greinburg gehört seit 1823 zur Gänze der herzoglichen Familie Sachsen-Coburg und Gotha und sie sorgt bis heute „ohne Subvention“, wie die enthusiastische Führerin betonte, für die Erhaltung des Schlosses. Es ist Österreichs erstes Wohnschloss und wird auch von der herzoglichen Familie außerhalb der Touristenzeit bewohnt. Wir besichtigten den wunderschönen Arkadenhof, das einzigartige Diamantgewölbe und das Steinerne Theater (Sala Terrena), dessen Wände und die gewölbte Decke vollständig mit einem Mosaik aus Donaukieseln bedeckt ist, die Wappen, Figuren, Architekturelemente sowie Blumen und Bäume zeigen. Weiter ging es in den Großen Rittersaal. Er ist 14 m hoch und reicht über zwei Geschosse, er gilt daher mit Recht als größter gewölbter Renaissance-Saal Österreichs. Da in diesem Saal auch Konzerte stattfinden, konnte es Sepp sich nicht verkneifen und spielte ein paar Takte am riesigen, hochadeligen Flügel und brachte dadurch die Schlossführerin sichtlich in Verlegenheit. Vom Rittersaal aus gelangt man durch eine reich verzierte Doppeltüre in die schmale Schlosskapelle. Der frühbarocke Marmoraltar stammt aus der Zeit um 1625 und zeigt in Kalksandstein-Reliefs Szenen aus der Weihnachtsgeschichte. Den Abschluss der Führung bildete die Besichtigung der privaten Festräume, in denen nicht fotografiert werden durfte. Ob sich alle daran gehalten haben, ist mir nicht bekannt??? Wir erfuhren von der begeisterten Schlossführerin viel über „ihre Herrschaft“, sowie vom Hochadel Europas, wer mit wem verwandt ist und, dass sich auch Majestäten über einen Obstkorb freuen! Nach 1 guten Stunde, war die Schlossführung beendet und wir eilten noch durch die Zimmer des angeschlossenen Schifffahrtsmuseums, dem eigentlichen Ziel unserer Ausfahrt. Eine umfangreiche Sammlung detailgetreuer Modelle bietet einen Einblick in die wirtschaftliche Nutzung der Wasserstraßen Österreichs. Leider war es bereits 16.45 Uhr, als wir zu unseren Maschinen kamen und wir mussten wegen der fortgeschrittenen Zeit, den letzten Teil der Ausfahrt ausfallen lassen. Wir danken Helmut Bleimer, der im heurigen Jahr viele schöne Ausfahrten geplant und organisiert hat und freuen uns auf die Motorradsaison 2009. Susanne Pawlata-Geieregger
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