1 Woche auf 2 Rädern in Obervellach
von Gerhard Ochsenbauer
Gleich vorweg es finden sich 34 motorradbegeisterte Leute zusammen in Obervellach. Am Sonntag pünktlich 10 Uhr heißt es, „auf geht es in die Steiermark und nach Salzburg“. Die Route ist 317 Km lang und führt uns zunächst durchs Krastal weiter nach Ebene Reichenau auf das Hochrindl, wo wir in dem urigen Hochrindl Haus Mittagsrast machen. Weiter über die Flattnitz nach Stadl an der Mur, Murau, Krakaudorf in das Seetal und nach Tamsweg. Wie es sich gehört unter gestandenen Motorradfahrern macht man die Kaffeepause im Clublokal vom Motorradklub Lungau. Nach dem schmackhaften Kuchen und Kaffee geht es weiter durch das Thomatal, Bundschuh, Innerkrems zurück nach Obervellach. Am Montag nächstes Abenteuer, wir brechen auf nach Friaul. Der Weg führt uns über den Kreuzberg nach Hermagor. Nach Hermagor kündigt eine Tafel Bauarbeiten am Nassfeldpass an, in der Zeit von 16. bis 26. Juni. Wenig später die nächste Tafel mit der Aufschrift Nassfeldpass gesperrt. Was denkt der Motorradfahrer? – irgendwie kommen wir daran vorbei. Also rauf im Sausewind auf die Passhöhe. Oben die allgemeine Rast, die Gaststätten halten „Frühjahrschlaf“ daher fällt die obligate Kaffeepause aus. Eine kleine Gruppe versucht weiter nach Italien vor zu dringen. Doch die Leutchen dürften nicht weit gekommen sein, wenn es nach der Zeit geht, die sie weg waren. Eine massive Barriere verstellte ihnen den Weg. Also Routenänderung! Runter in das Gailtal nach Kötschach Mauthen, Kaffeepause im MOHO Cafe’ mit guter Laune weiter über den Plöckenpass nach Friaul. Zurück über den italienischen Kreuzbergsattel bei der Auffahrt kündigen schwarze Wolken und so helle Wasservorhänge an, dass wir bald unsere Regenklamotten testen dürfen! Aber es kommt ganz dick ein Wolkenbruch gespickt mit Hagel bricht über uns herein, die Passhöhe erklommen, der Spuck war zu Ende. Nach Silian zur Kaffeepause in die Konditorei wo es die handgeschöpfte Schokolade gibt, kommen wir halbwegs trocken. Die besonders guten Konditorwaren und der Espresso lassen das Erlebte schnell vergessen. Nach 345 Km waren wir wieder in Obervellach. Dienstag „ Erlebnis Kärnten“. Eine neue Tour nach Unterkärnten in das Rosental. Vorbei an der Burgruine Finkenstein und auf verschlungen Pfaden in das Tal der „Gesetzeslosen“(gibt es wirklich!). Nach dem Abstecher in die Kärntner Wildnis, fahren wir nach Klagenfurt. Es ist Mittagszeit also zum Kirchenwirt an der B 70, da ist man gut aufgehoben als Motorradfahrer. Die Freude auf das gute Essen dürfte der Anlass sein, dass die Motorräder etwas chaotisch abgestellt werden. Beim Kirchenwirt ist die Speisenauswahl groß, die Bedienung flott. Weiter geht es über den Magdalensberg in das Gurktal, Feldkirchen, Afritzer Seental, Radenthein, Millstättersee nach Obervellach. Das macht 370 Km. Gerhard aus Wuppertal tankt nach der Tour das Motorrad und beim wegfahren hört er ein verdächtiges „klacken“ vom Kardan! Ruft den ÖAMTC an, dieser macht eine besorgte Miene und bringt das Motorrad nach Spittal zur Fa. Novak. Mittwoch am Morgen bemüht sich die Werkstatt um das Motorrad und stellt fest, das Lager an der Kardanwelle ist kaputt. Die notwendigen Teile werden bestellt und ein Antrag auf Kulanz wird gestellt. So nebenbei ein Finne mit dem gleichen Schaden hat es auch bis zum Nowak geschafft, nur dieser gute Mann fuhr so lange bis alles blockierte. Für Gerhard bedeutet es, eine Zwangspause einzulegen. Mittwoch Ruhetag oder was? Ein paar halten sich daran, Manche wieder flitzen durch die wunderschöne Kärntner Landschaft. Andere wiederum fahren mit Europas höchster Eisenbahn zum Reisseck. Donnerstag „Etwas mehr als nur Triglav in Slovenien“ steht auf dem Programm. Das kann man auch etwas doppelbödig meinen. In Obervellach herrscht bereits bei der Abfahrt leichter Regen. Doch Laune und der Drang Motorrad zu fahren verdrängt das miese Wetter, denn diese neue Route wollen Alle fahren! So geht es zunächst nach Unterkärten, abermals in das Rosental aber auf anderen Strassen nach Zell Pfarre über den Schaida Sattel nach Eisenkappl zur Pause beim Florian. Ein urgemütliches Gasthaus droben am Berg. Der Regen hat sich bereits zum „Kärntner Schnürlregen“ ausgewachsen also stand die Frage im Raum, fahren wir nach Obervellach zurück oder die Tour weiter über den Seebergsattel nach Slovenien. Nach einer Beratungspause im kleinen aber feinen Motorrad und Heimatmuseum wird beschlossen, wir fahren weiter. Dann irgendwo in Slowenien zwischen Krajn und Bled auf einer einsamen Nebenstrasse nach der obligaten „Pinkelpause“ will die RT vom Peter nicht mehr, ja sie benimmt sich wie ein störrischer Esel. Da ist guter Rat teuer. Peter macht mehrmals einen Kniefall vor der störrischen RT (denn er sah nach, ob eventuell die Zündkerzen das Übel wären) nachdem er diese inspiziert hatte sprang sie an und lief als wäre nie etwas gewesen. Über den Wurzenpass zurück nach Obervellach natürlich bei strömenden Regen. Aber beim schönen Wetter wäre das eine Traumtour, so war es eine wasserreiche Tour. Man sollte doch bedenken Kärnten feiert „Kärnten Wasserreich“! Die Tour hatte eine Länge von 375 Km. Freitag zur schönsten Almhütte im Nationalpark Hohe Tauern, auf einer Seehöhe von 2004m. Unserem Gerhard hat die Fa. Nowak das Motorrad fertig gemacht, er kann ebenfalls rauf zur Hütte. Das wasserreiche Wetter der letzten Tage hat das obere Stück des Weges, eine Waldstrasse unbefestigt ca. 5 Km lang, stark durchfeuchtet. Oben angelangt auf 2004m Seehöhe verwehrt uns Nebel und Regen den Blick auf den Großglockner. Trotzdem war es eine außergewöhnlich schöne Urlaubswoche mit den Motorrädern. Gerhard Ochsenbauer
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