BCÖ Treffen Stegersbach (4 Tage)
von Peter Gusmits
Besser gestürzte Kartoffeln als gefallene Mädchen. Oder Motorräder. Burgenländische Schmankerln vor dem geistigen Auge brachen wir am Morgen des 21. Mai trotz kühler Temperaturen und dunkelster Wolken von Wien Süd auf. Urlaubs-, krankheits-, autobevorzugs- und sonstig –bedingt - oder bedient - war die Heerschar an Teilnehmern überschaubar. Es starteten, von unserem Obmann angefeuert, sage und schreibe ganze 2 (zwei) Maschinen mit insgesamt vier Personen. Franz machte den Schlussmann, der Autor dieser Zeilen fuhr als Vorletzter voran – bemüht, die von Tourenwart Helmut wieder liebevoll ausgeklügelte Streckenführung peinlich genau einzuhalten. Ohne GPS. Wir wussten deshalb immer, wo wir waren, als wir die kleinen Strassen und Wege über Kaltenleutgeben, Klausenleopoldsdorf, Pottenstein in Gutenstein eintrafen und auf dem Mariahilfsberg den für zehn Personen reservieren Tisch und die Pause ausfüllten. Puchberg am Schneeberg, Aspang, Schäffern, Dreihütten und wir waren zu Mittag in Bernstein. Fa Krug bzw. Karl Felbauer demonstrierte burgenländische Gastfreundschaft und Großzügigkeit und lud uns zum Mittagessen ein. Da ward das Clubleben auch plötzlich auf zwölf Personen (abgesehen vom Gastgeber) angewachsen. Gestürzte Kartoffeln oder Blunzngröstl: das war hier die Frage. Jaqueline verließ die launige Runde vorzeitig, wurde sie doch als Vizepräsidentin des BCÖ für allerlei Organisatorisches am eigentlichen Ort des Geschehens gebraucht, Helmut, zur Sicherheit nach wie vor nur PKW-tauglich, zog es (in charmanter Begleitung) nach Wien. In Stegersbach stießen noch Hermine und Manfred, vom Südtirol-Urlaub kommend, mit ihren Motorrädern dazu. Wir waren komplett. Den Heurigenbesuch hatten wir gut überstanden, es galt am Freitag, das vielfältige Angebot (Kanu-Tour, Uhudler Verkostung, Weinseminar, Schnapsbrennen, etc) der BCÖ-Organisatoren oder die Therme zu nützen. Die Buchstaben ASLOH beispielsweise standen nicht als legasthenisch verballhorntes Wort für einen das Ende/das Letzte bezeichnenden Körperteil, sondern für eine Drei-Länder-Tour (Austria-Slowenien-Ungarn) mit vorbereitetem Road-Book. Die Teams Hermine/Manfred sowie Eveline/Peter (der Chronist) wählten die Teilnahme an der Rätselrallye durch das Südburgenland (wunderbare Route durch Weingebiete, bei leichter Bewölkung!) und danach den Gleichmäßigkeitswettbewerb, an dem auch Franz teilnahm (drei Runden eines Parcours waren tunlichst in gleicher Zeit zu bewältigen). Die Abenteuer der Thermenbesucher und Spaziergeher erfuhren wir am Abend. Nach bürgermeisterlichen und präsidentialen Ansprachen sowie Darbietungen einer Tamburizzagruppe aus Stinatz beim Wirtshaus „wia z´Haus“. Den Namen dieser gastronomischen Oase dürfte das Haus seiner limitierten Auswahlmöglichkeit (zwei) verdanken; auch Hausfrauen bieten meist Schmackhaftes mit geringen Wahlmöglichkeiten an. Aber die Getränke waren ebenso gut wie der Saal laut. Der Samstag war Testfahrten von Autos und Motorrädern und dem Concours d´Elegance gewidmet. Ein mehrmals in lediglich zehn bis fünfzehn Metern den Flugplatz überfliegendes Flugzeug ließ uns kurzfristig vergessen, dass nur die Eleganz unserer Fahrzeuge und nicht jene der FahrerInnen bewertet wurde. Wozu hatte man sich rasiert? Hätten wir stattdessen vielleicht doch die Maschinen besser reinigen, von Nicht-Originalteilen befreien, Lackschäden überpinseln sollen? Egal, abwarten, was der Abend bringen sollte. Ein Shuttledienst brachte uns abends zum Ort des Geschehens nach Moschendorf. Der Gala-Abend stand auf dem Programm. Den passenden Platz zu finden war schwierig: zur Auswahl standen ein nach drei Seiten offener, nur überdachter Raum mit Rauchschwaden-Odeur vom Holzkohlengrill, aber mit Blick auf die Bühne oder ein – allerdings auch von Darbietungen, Ansprachen, Preisverleihungen etc. - geschützter Saal. Minderheiten, die zähes Wildschweinfleisch zu würdigen wissen, kamen auf ihre Rechnung, konservative Wuchtelfreunde oder Vorspeisengenießer mussten schnell sein, um etwas zu ergattern. Dank der langen Schlangen am Buffet war hoffentlich manches gut, aber bald aus. Es war für 250 Personen reserviert worden, erstaunlich, dass einige auch wirklich gekommen waren. Lieber voll heimkommen, als leer ausgehen! BCÖ stand möglicherweise nicht für „Bestes Catering Österreichs“. Für mehr Faszination sorgten zwei steppende Tänzerinnen, deren Beine sich schneller bewegten als mancher Motorkolben bei durchschnittlicher Drehzahl. Bei der Preisverleihung konnte unser Club ein Wörtchen mitreden! Nicht nur, weil Jaqueline in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des BCÖ die Pokale überreichte, nein, wir konnten einige auch übernehmen: Karl-Heinz erreichte den ersten Platz im Concours d´Elegance, die Leistung beim Gleichmäßigkeitswettbewerb reichte für den Chronisten für den zweiten Platz (die Unterschiede zwischen den ersten drei Plätzen lagen bei einigen hundertstel Sekunden), bei der Rätselrallye belegten unsere zwei Teams die Plätze zwei und drei. Wir hatten gehandelt wie Pablo Picasso: „Ich suche nicht, ich finde.“ Für uns einfache Gemüter nicht leicht nachvollziehbar war die Bewertung, sprach doch der Moderator von richtig beantworteten 14 der15 Fragen (es hatte nur 11 Fragen gegeben und unsere beiden Teams hatten die Fragen gleich richtig beantwortet). Vielleicht war für die Jury der eine oder andere Schluck Uhudler zu viel gewesen und hatte das Seine zum Ergebnis beigetragen. Dass der tolle 2002er von Martin keinen Eleganz-Podiumsplatz belegte, mag mit seiner Farbe zusammenhängen: orange. BCÖ ist eben nicht BZÖ. What a difference a term makes, just a small central letter! Die genauen Ergebnisse und das Programm sind im Internet unter www.bmw-clubs.at abrufbar. Die Präsentation einer BMW-Neuigkeit war ein weiterer Höhepunkt des Abends: Enthüllt wurde ein M3 Cabrio in dunkelblau. Erstaunen riefen nicht nur technische Features wie das originell zusammenklappbare Dach hervor. Auch die unübersehbaren Fingertapper, Staub- und Schmutzflecken wurden mit großer Aufmerksamkeit registriert, zählte Solcherlei bisher noch bei keinem Herstellern zum Standardrepertoire bei der Präsentation eines neuen Modells. Vielleicht hatte das M3 Cabrio auch deshalb nicht beim Concours d´Elegance mitgewirkt … Die Heimfahrt, bei strahlendem Wetter, wurde individuell gestaltet. Jene zwei Maschinen, samt Besatzung, die Donnerstag den Weg nach Stegersbach nach Tourenplan gefunden hatten, folgten auch diesmal Helmuts Plan: übers Alpl nach Mariazell. Bei Reith wählten wir die Variante Annaberg, waren wir doch die Strecke Puchenstuben etc. eine Woche zuvor bei der Fahrt ins Blaue gefahren. Das Treffen Stegersbach hätte gewiss auch anderen gefallen, ganz sicher wäre Bruno gerne dabei gewesen. Wir haben oft an ihn gedacht, sein Schluckauf hat es ihm verraten. Es geht ihm bereits besser! Bruno. Nicht dem Schluckauf. Peter Gusmits
voriges Bild
|
nächstes Bild
Medieninhaber:
BMW Club Wien |
Bankverbindung:
Bank Austria Creditanstalt / BLZ: 12000 / Kto.Nr.: 51506033584 |
Gestaltung:
future
design