Sautanz
von Peter Gusmits
Wenn ein langsames Raubtier auf das weibliche Exemplar eines paarhufigen Allesfressers stößt, man sich paarweise rhythmisch zu musikalischen Klängen bewegt, dann weiß man: Slowfox beim Sautanz ist wieder angesagt. Unschlagbar wie immer waren unsere Dancing Stars Isabella und Rudi Cerny neben einer Reihe mutiger Eintänzer, die Fragen nach einem europäischen Tanzführerschein (Klasse „T“) nicht aufkommen ließen. Bevor sich die eingerosteten Glieder von knapp 60 MotorradfahrerInnen bewegen durften/konnten/mussten, gab es einige andere Höhepunkte des Abends: Launige Worte unseres Clubobmanns Peter Werdenich zur Begrüßung und während der Moderation, Ehrungen von Mitgliedern, die seit fünf, zehn, fünfzehn Jahren oder länger dem Club die Treue halten (zumindest ihre Mitgliedsbeiträge regelmäßig bezahlen) und vor allem ein gewohnt professionell gedrehter, vertonter und geschnittener Film über die Clubereignisse des Jahres von Reinhold Lindner (Den Film gibt es in der Langversion von 2 Stunden auf DVD (unentgeltliche Schleichwerbung.): Er war als einziger nicht zufrieden mit der auf der Leinwand gezeigten Qualität. Schuld daran war ein nicht kompatibler Beamer, der alle Akteure als g´stauchte Michelinmanderln und –weiberln erscheinen ließ. So sahen wir erst später aus. Nach dem Abendessen. Auf die Zuseher hatte dieser unerwünschte Vorführeffekt zumindest vorerst positive Auswirkungen: der Filmgenuss war nicht wirklich beeinträchtigt und jede/r fühlte sich wohl in einem wenigstens kurzfristig vergleichsweise wohlgeformt erscheinenden Körper. Und dann: das Büfett! Reichhaltig, vielfältig, kalorienreich und köstlich. Alle Getränke inklusive und damit auch für unsere Pfennigfuchser, Groschenklauber, Centsparer und Bewussteinkäufer zusätzlich attraktiv. Günther wurde später (u.a.) deshalb zu Recht mit Lob bedacht, da er nicht nur als konstruktiver Kritiker seinen fixen Platz hat, sondern sich auch als Sponsorenbringer und Cateringeinkäufer einen Namen macht. Beim Büfett war rasch eine Einschätzung der unterschiedlichen Orientierungstypen möglich: GPS-Verwöhnte und damit Hilfsmittelabhängige erkannte man unschwer an ihren unkonventionellen, bisweilen missglückten Speisekombinationen. Fisch mit Knödel und Sauerkraut oder Schnitzel mit Geschnetzeltemsaft und Reis ließ unschwer auf Überforderung oder Netzausfall schließen. Kartenleser oder Sonnen- und Nordsternorientierer zählten auch bei der Auswahl ihrer Speisen durch den gewohnt besseren Überblick zu den Privilegierten. Während der beginnenden Verdauungsphase bedankte sich unser Obmann stellvertretend für alle bei einzelnen Mitgliedern, die mit ihrem Engagement zum Clubleben beitragen (abgesehen von den Vorstandsmitgliedern, die viele Stunden ihrer Freizeit für die ehrenamtliche Tätigkeit investieren. Ihnen sei an dieser Stelle gedankt!). Zu Recht ins Rampenlicht geholt wurde unser langjähriger Obmann Martin Kliwar, der nach wie vor dafür sorgt, dass es eine gedruckte Clubzeitschrift gibt. Die Sauwette. Jene, die die Euro- und Centstücke aus dem Bauch des Sparschweins zählten konnten ihre schwarzen Hände danach schwer verstecken. War wirklich nur Schwarzgeld die Ursache? Einer, der schon im Vorjahr die Sauwette gewonnen hatte, wettete diesmal aus Gründen der Fairness und der falschen Optik nicht: der Obmann des befreundeten BMW-Clubs Voralpen. So konnte er diesmal nichts gewinnen. Wohl aber seine Frau! Die Treffernähe zur wirklichen Summe war beeindruckend und lag im 10 Cent Bereich! Lange konnten sich die GewinnerInnen nicht an ihrem Reichtum erfreuen. Unbarmherzig sorgte unsere Kassiererin Henriette mit gewohnt ziel-, zahl- und zahlungsorientiertem Charme, der keinen Widerspruch aufkommen lässt dafür, dass das Sparschwein nicht lange leer blieb. Der Abend spiegelt die Vielfalt der Genüsse, die auch die Namenspatronin des Abends, eine Allesfresserin, geborene Sau, schätzt. Essen, Trinken, Tanzen, Plaudern über Gott, die Welt und, man wird es nicht glauben, auch über Motorradfahren. Und wenn unser Tourenwart Helmut nicht übertreibt und nicht wieder alle Strecken zuvor zu Fuß abgeht, wird er hoffentlich bald wieder in der Lage sein, mit uns die vortrefflichen Tourenbrocken auszulöffeln, die er uns glücklicherweise immer wieder einbrockt. Wann ist endlich Frühjahr, wann die erste Ausfahrt?!
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