Plitvicer Seen (Kroatien) 6 Tage
von Martina Piessnegger
Wie heißt es so schön, wenn einer eine Reise tut hat er was zu erzählen. Neugierig, was so alles passiert ist? Ja, dann gleich weiterlesen. Unsere Ausfahrt begann am 20.05.2006 mit Regen in Wien. 17 Motorräder brachen nach Slowenien – unserer ersten Station auf. Wir mussten aufgrund eines „Ausritts“ eines Teilnehmers in Bernstein bei BMW Krug (unserem Clubmitglied Karl Felbauer) einen kurzen Zwischenstopp einlegen, um die – Gott sei Dank – relativ leicht behebbaren Schäden zu reparieren. Bis zu unserem Ziel in Slowenien gab es keine weiteren Unterbrechungen mehr – Umwege nicht mitgerechnet. Das Hotel in Slovenj Gradec beim Flughafen war 1a – genauso wie die Palatschinken im dortigen Restaurant.. Am 2. Tag stießen noch 2 Motorräder zu uns. Aus heutiger Sicht betrachtet stand dieser Tag unter dem Motto „Viele Wege führen nach Plitvice“ – zum Teil auch über Stock und Stein (im wahrsten Sinn des Wortes) und Schnee. Das hat sich auch daraus ergeben, dass Wegbeschreibung, Karten und auch Garmin einiges an Interpretationen zugelassen haben. Also fast alle können nun behaupten, dass wir Slowenien und Teile von Kroatien um einiges näher kennen gelernt haben als angenommen. Ganz interessant habe ich immer jene Situationen gefunden, wo es beträchtliche Differenzen zwischen Garmin-GPS, Karten und Wegweisern gab. Beispiele: Garmin sagt links - Wegweiser geht nach rechts oder Garmin sagt geradeaus – Überkopfwegweiser zeigt nach rechts, usw. Sehr herausfordernd und auch am abenteuerlichsten war für unsere 2 Gruppen unter Führung von Rudi Cerny bzw. Helmut Bleimer die Fahrt auf der Strecke zwischen Tuk und Plitvice. Wir haben einen sehr selektiven Weg gewählt – na ja auf einmal befanden wir uns auf einer Schotterbergstraße (selbst für Mountainbiker eine Herausforderung) und vor Schneebergen wieder (und das Ende Mai!). OK also weiterfahren, weil bei mir die Vorstellung den bereits gefahrenen Weg wieder zurückzufahren mehr Entsetzen ausgelöst hat als die Tatsache ins Ungewisse zu fahren. Ganz ehrlich auf den letzten Kilometern habe ich schon sehr intensiv um eine Asphaltstraße (egal mit wie vielen Schlaglöchern) gebetet. Insgesamt waren es 35 km Schotter- und Waldstraße, die wir zurückgelegt haben. Diese Strecke hat meine Grenzen beim Motorradfahren um einiges nach hinten verschoben und ich glaube zu wissen, dass dies auch bei einigen der gestandenen Motorradfahrer so war. Nach einem unbedingt noch erforderlichen Tankstopp sind wir alle gut und auch erschöpft in Plitvice angekommen. Die 3. Gruppe unter Führung von Gerhard Taraska hatte überhaupt einen anderen, aber sicher ebenso schönen Weg nach Plitvice gewählt und war so einige Zeit vor uns am Tagesziel. Den 3. Tag haben wir „motorradfrei“ gestaltet und den wunderschönen Tag (Sonne, blauer Himmel und 28 Grad) für einen intensiven Besuch des Nationalparks „Plitvicer Seen“ genutzt. Kurz gesagt: Winnetou lässt grüßen! Hier wurden die Karl-May-Filme mit Pierre Brice gedreht – am bekanntesten „Der Schatz im Silbersee“. Im Film war die Naturkulisse schon beeindruckend, doch in natura ist es mindestens noch einmal so schön. Mir fiel dazu nur ein: „Die Natur ist der beste Baumeister“. Unser Quartier soll natürlich auch noch eine Erwähnung finden – kurz: den Kommunismus gibt es auch noch heute. Es war besonders herausfordernd eine süße Nachspeise zu bekommen – Palatschinken geht nicht, stehen nicht auf der Karte oder Cremeschnitten (sind auf der Karte) geht leider nicht, gibt’s nicht mehr. OK, dann nehmen wir halt den Strudel. Am 4. Tag stand die Route Plitvice – Postojna auf dem Programm. Unsere Strecke führte uns über die kroatische Küstenstraße. Der Ausblick auf die dalmatinischen Inseln (Krk und Rab) waren einfach herrlich und erst recht bei dem vorherrschenden Wetter (Sonne, blauer Himmel und schön warm). Unser Mittagessen haben wir in der Nähe von Rijeka mit Blick aufs Meer genossen. Etwas sarkastisch muss ich noch sein: Wir haben es geschafft an diesem Tag unser Ziel ohne weiteren Umweg zu erreichen. In Postojna haben wir uns noch die wirklich beeindruckende Tropfsteinhöhle angesehen. Dabei haben wir auch Erstaunliches gelernt: ein „normaler“ Tropfstein wächst in 20 Jahren einen Millimeter und ein „Spaghetti-Tropfstein“ wächst die gleiche Strecke in 50 Jahren. Die Grottenolme – eine der Hauptbewohner dieser Höhlen – halten es bis zu 12 Jahren ohne Futter aus. Also diese Vorstellung alleine hat mich schon hungrig gemacht. Der 5. Tag und für mich auch der letzte Tag der Tour hat mit Regen begonnen und leider hat dieser auch bis zu unserer Ankunft bei unserem Ziel nicht aufgehört. Irgendwie hat jemand den großen Wasserhahn aufgedreht und darauf vergessen ihn wieder abzudrehen. Vor der Abfahrt haben wir uns in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe ist die geplante Tagestour mit Ziel Ludmannsdorf gefahren. Leider hatten sie auch einen Reifenschaden zu bewältigen. Die Reifenreparatur im Regen war sicherlich etwas anstrengend. Die zweite Gruppe ist über Nova Gorica – Soča-Tal – Vrsič-Pass (50 !! Spitzkehren, talabwärts Richtung Kranjska Gora noch verschärfend mit Kopfsteinpflaster) – Wurzenpass – Villach – Obervellach gefahren. Kurz gesagt, es war nass, windig, kalt und doch eine wunderschöne Strecke. Abschließend möchte ich sagen, dass ich die gesamte Tour einfach toll fand. Die Streckenführung war sehr schön, für mich habe ich mehr Sicherheit auf meinem Motorrad gewonnen und ich freue mich auf die nächste längere Ausfahrt mit dem BMW-Club Wien.
voriges Bild
|
nächstes Bild
Medieninhaber:
BMW Club Wien |
Bankverbindung:
Bank Austria Creditanstalt / BLZ: 12000 / Kto.Nr.: 51506033584 |
Gestaltung:
future
design